Sonntag, 5. November 2017

Herbstzauber

Die Temperaturen sind auf ein erträgliches Maß gesunken, die Tage werden kürzer und die tiefer stehende Sonne läßt die bunten Farben der Natur leuchten. Der Herbst ist da! Ich glaube, es ist meine Lieblingsjahreszeit.

Rhus potaninii

Anfang bis Mitte Oktober:
Solidago rugosa ʼFireworks‘ in gelb, Aster novi-belgii ʼKarminkuppel‘ in lila, Aster cordifolius ʼLittle Carlow‘ in hellblau, Leucanthemella serotina in weiß spielen zusammen mit dem neu hinzugepflanzten Berg-Reitgras Calamagrostis varia. In einem warmen Rot überschirmt bzw. begrenzt ein Chinesischer Lacksumach (Rhus potaninii) den Hochstaudengarten.

 

 


Mitte bis Ende Oktober:
Die vorgenannten Arten treten nun in den Hintergrund und verlieren an Leuchtkraft. Währenddessen bringen Aster pringlei ʼPink Star‘ in rosa und Aster turbinellus in hellblau als letzte Stauden Farbe in diese Pflanzung. Am 29.10. fand der Blütenreigen mit einem heftigen Sturm und massivem Regen ein jähes Ende. Doch zuvor gelangen mir Aufnahmen zahlreicher Schmetterlinge (Tagpfauenauge, Kaisermantel, Kleiner Fuchs). Massenhaft besuchten sie an einem sonnigen Tag die blühenden Astern. Rätselhaft, wo sie vorher waren. Auf den Roten Sonnenhüten fand sich im Sommer nicht ein Schmetterling ein!

Suchbild mit 7 Schmetterlingen








Kaisermantel

Wie der Garten, so lockt auch die Natur der nahen und weiteren Umgebung nach draußen. Ein paar Impressionen von unseren Wanderungen in der ruhigen und idyllischen Landschaft Nordböhmens:

 

 


Samstag, 30. September 2017

Sommerblumenwiese

Und immer noch kein Sommerloch in Sicht: Fünf Jahre nach der grundlegenden Neugestaltung des Hochstaudengartens im hinteren Gartenbereich dominieren im August viele Vertreter der Korbblütler (Asteraceae) aus Nordamerika. Die Zeit des „Rumprobierens“ ist weitgehend vorbei. Was sich in unserem subkontinentalen Klima auf dem sommertrockenen Granodiorit-Boden bewährt hat, habe ich weitervermehrt. Andere Arten, die mit den hiesigen Bedingungen schlecht zurechtkamen, habe ich wieder entfernt: Etliche Präriegräser aus Nordamerika, die bei uns sehr spät austreiben und in den meisten Jahren zu spät oder gar nicht mehr richtig zur Blüte kamen. Andere Pflanzen machte die Sommertrockenheit arg zu schaffen, waren nicht frohwüchig oder gingen gar von selbst ein: z. B. hohe Phlox-Arten, Indianernessel (Monarda). Den Phlox habe ich wohl nicht vollständig erwischt. Er hat plötzlich wieder ausgetrieben und steht in diesem Jahr ganz gut da, weil es in den Sommermonaten nicht zu trocken war. Nach einem sehr trockenen Mai tat es immer wieder mal regnen. Jedoch nie so viel, daß auch in den Flüssen merkliche Mengen ankamen. Die Elbe hat seit April ununterbrochen Niedrigwasser.


Ende Juli

Mitte August
Rote und gelbe Sonnenhüte (Echinacea purpurea und Rudbeckia fulgida ʼGoldsturm‘) dominieren das Bild und umspielen die Horste des Garten-Reitgrases (Calamagrostis x acutiflora ʼWaldenbuch‘).


Mitte August

Mitte September
Vorne rechts: Der geschlitztblättrige Sonnenhut (Rudbeckia laciniata) ist ein invasiver Neophyt und an einigen Flüssen der Umgebung großflächig anzutreffen (z. B. Pulsnitz, Große Röder, Polenz). Das Berg-Reitgras (Calamagrostis varia) dahinter ist ein Neuzugang und macht bereits im ersten Jahr eine gute Figur neben der Sonnenbraut Helenium ʼIndianersommer‘.


Helenium ʼRubinzwerg‘
Helenium ʼRauchtopas‘

Helenium ʼRauchtopas‘

Das Gleiche trifft auf die Sonnenbraut Helenium ʼRubinzwerg‘ zu, die doch größer wird, als gedacht und die ich deshalb noch einmal umsetzen werde. Helenium ʼRauchtopas‘ wird deutlich höher, steht aber wie eine Eins und im Hintergrund.





In den zwei Azaleenpflanzungen dominiert jetzt die Farbe grün. Funkien (Hosta), Purpurglöckchen (Heuchera villosa var. macrorrhiza), Zerg-Waldspiere (Astilbe chinensis var. pumila) und Farne (Polystichum setiferum in Sorten) setzen nun Akzente dazwischen und davor.






Auf der Wiese hat sich ein Zufallssämling (den ich dorthin gepflanzt habe) eines älteren Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs (Heptacodium miconiodes) prächtig entwickelt. Er kann sich dort zu voller Größe entfalten. Er blüht bereits des ganzen September.

Sonntag, 30. Juli 2017

Kein Sommerloch

Seit etlichen Jahren kultiviere ich erfolgreich und begeistert den Fingerhut-Bartfaden Penstemon digitalis im Garten und vermehre ihn durch Samen bzw er sich selbst. Seit zwei Jahren probiere ich weitere Penstemon-Arten in unserem Garten aus, um zu sehen wie sie mit unserem Boden und Klima zurecht kommen. Erwähnen möchte ich nur zwei Arten: P. ovatus, der mich mit einer herrlichen azurblauen Blüte überraschte und P. grandiflorus scheint nicht sonderlich wüchsig zu sein, kam aber gut durch den Winter und erfreute mich mich mit seinen großen Blüten. Wie sich die einzelnen Arten weiterentwickeln und Barfrost überstehen werden, bleibt abzuwarten. Auch Echinacea tennesseense ist ein Neuzugang. Er ist trockenheitsverträglicher und in allen Teilen zierlicher als sein Verwandter E. purpurea, scheint aber auch weniger wüchsig zu sein.


Penstemon digitalis im April

Penstemon grandiflorus
Penstemon grandiflorus
Echinacea tennesseense

Von den mittlerweile 29 Tagliliensorten in unserem Garten möchte ich hier nur die Sorte mit dem leuchtendesten Rot vorstellen: Hemerocallis ʼRotes Rathaus‘. Auch die hellgelben Sorten mit dunklem Auge sprechen den Betrachter sehr an, wie hier ʼEl Desperado‘.

Hemerocallis ʼEl Desperado‘
Hemerocallis ʼEl Desperado‘










Hemerocallis ʼRotes Rathaus‘
Hemerocallis ʼWyalla‘














Anfang November letzten Jahres haben wir unseren Terrassenhang umgestaltet. Zahlreiche mittelgroße (noch tragbare), unbehauene Granitsteine von den Feldern der Umgebung (Westlausitz) wurden eingebracht und mit neuen, trockenheitsliebenden Stauden und Gräsern (Stipa tenuissima, Sesleria nitida, Koeleria glauca) bepflanzt. Kriechende Sedum-Arten waren flächendeckend vorhanden und wuchsen rasch wieder durch, vor allem Sedum floriferum. Weitere Arten: Allium sphaerocephalon, Phlox subulata, Alysium saxatile, Helichrysum thianshanicum, Rosa ʼMozart‘, Erica carnea, Lavendula angustifolia um nur einige zu nennen.


Sonnig-trockener Terrassenhang


Unser Garten ist zu klein, um mehreren Bäumen Platz zu bieten. Deshalb habe ich mich sehr mit den Sumachen angefreundet. Rhus potaninii ist eine Art der Chinesischen Lack-Sumache. Er wächst deutlich stärker als sein nordamerikanischer Verwandter Rhus typhina, der Hirschkolben-Sumach, auch Essigbaum genannt. Dafür bildet er kaum Wurzelsprosse, bildet eine höhere und lockere Krone. Die unscheinbaren Blüten locken im Juli allerei Insekten an. Eine weiße Spinne (Art?) lauert dort auf Beute. Die Samen stehen in lockeren Büscheln, die kaum auffallen. Das Herbstlaub ist leuchtend rot bis braunrot. Meinen Baum habe ich aus Samen gezogen.

Rhus potaninii, Blüte mit Spinne



Sonntag, 28. Mai 2017

Rhododendron, Azaleen und sonst?

Die in unserer Region sehr beliebten Vertreter aus der Familie Heidekrautgewächse (Ericaceae) überwältigen den Gartenfreund im Mai mit ihrem Farbrausch. Die Blüten in zum Teil knalligen Farben und in schier grenzenloser Fülle sind nicht jedermanns Geschmack, beleben das Gemüt aber nach dem langen Grau-Braun des Winters. Doch den Rest des Jahres wirkt eine reine Azaleenpflanzung in ihrem dunkelgrünen Kleid etwas düster und unlebendig. Wir haben deshalb unsere Pflanzung mit allerlei Stauden und anderen Kleingehölzen, die auf unserem trockenen Granitboden gut gedeihen, aufgelockert und umpflanzt. Lediglich die Bauernhortensien müssen im Sommer reichlich gegossen werden.

Vor oder zu Beginn der Azallen-/Rhododendronblüte bringen vor allem die bekannten Frühblüher Farbe in die Fläche:


Anemone blanda und Heuchera villosa
Anemone blanda














Crocus tommasinianus und Eranthis hyemalis

Helleborus niger
Allium zebdanense und Hyacinthoides non-scripta
Fotos der blühenden Azaleenpflanzung habe ich bereits mehrfach in diversen Beiträgen gezeigt. Siehe Blog-Archiv, jeweils Monat Mai. Als blühende Begleiter möchte ich vor allem die Camassia leichtlinii, unsere uralten Gartentulpen und die Clematis montana var. rubens ʼOdorata‘ erwähnen. Letztere mischt ihren vanilligen Duft unter den der Azaleen. Auch der Federbuschstrauch Fothergilla major bildet einen guten Partner:

Camassia leichtlinii und Tulpen

Plystichum setiferum ʼProliferum‘

Hosta ʼBlue Cadet‘
Camassia leichtlinii und Fothergilla major
Clematis montana var. rubens ʼOdorata‘
Camassia leichtlinii und Tulpen




















Ist der Farbenrausch abgeklungen, sorgen verschiedene Blattfarben und -formen in der Azaleenpflanzung für Abwechslung. Im Juli bringen noch einmal zahlreiche Funkien Farbe hinein. Im August dann folgen einige Hortensien und im September dann Aster divaricatus, Anemone x japonica und andere:

Kleine und große Hosta

Hydrangea paniculata, Heuchera villosa, Hosta ʼBlue Cadet‘, Polystichum setiferum
Hydrangea macrophylla in Sorten
Anemone x japonica, Hydrangea paniculata
Vorn: Heuchera villosa var. macrorrhiza